Im feierlichen Rahmen wurde die von MT-Energie und MT-Biomethan gebaute Bioerdgasanlage in Hardegsen (Landkreis Northeim) eingeweiht. Mit einem symbolischen Knopfdruck startete der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander nach knapp einjähriger Bauzeit die Einspeisung des Gases ins Erdgasnetz.

Insgesamt umfasst die neue Biogasanlage sieben Behälter – zwei Fermenter, zwei Nachgärer sowie drei Gärproduktlager. Sie wird durchschnittlich 45 Millionen Kilowattstunden Rohbiogas pro Jahr erzeugen. Dafür werden etwa 40.000 Tonnen Substrat jährlich benötigt, die von mehr als 40 Landwirten aus der Region geliefert werden. Das gemeinschaftliche Großprojekt hat insgesamt rund elf Millionen Euro gekostet. Der Baubeginn erfolgte im April 2008.

Die E.ON Mitte Wärme GmbH wird das erzeugte Rohbiogas langfristig kaufen, in einer speziellen Anlage auf Erdgasqualität aufbereiten und ins allgemeine Gasnetz einspeisen. Das eingespeiste Bioerdgas wird dem Erdgasnetz an anderer Stelle wieder entnommen und vor Ort mit Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

„Wir freuen uns, eine Anlage in Betrieb zu nehmen, auf die wir sehr stolz sind, weil es schnell ging und eine besondere Innovation umgesetzt wurde“, erklärte E.ON-Vorstandsmitglied Wolf Hatje. Bis zum Jahr 2014 plant sein Unternehmen sechs weitere Anlagen ähnlicher Größenordnung. Aus Sicht von Hans-Heinrich Sander ist das Projekt in Hardegsen ein Vorzeigeobjekt. Der niedersächsische Minister für Umwelt und Klimaschutz betonte die Bedeutung der Bioenergie in seinem Bundesland, wo mit 700 Biogasanlagen 30 Prozent des in Deutschland aus Biogas erzeugten Stroms produziert werden.

Der Minister empfindet es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Bioenergie nach vorn zu bringen. Aufgrund der Importabhängigkeit Deutschlands sei es wichtig, auf Erneuerbare Energien zu setzen. „Wir haben wichtige Voraussetzungen geschaffen, um Ökonomie, Ökologie und Nachhaltigkeit zusammen zu bringen.“, so Sander. Er wünschte den Betreibern wirtschaftlichen Erfolg, um weiter investieren zu können. Im Anschluss an die Festreden luden die Veranstalter zu einem Rundgang über das Gelände ein. In der Biomethan-Aufbereitungsanlage stellte Stephan Engelke von der MT-Biomethan GmbH den interessierten Gästen das Konzept der Gasaufbereitung vor.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben